Allgäuer Radmarathon 2025 – Kann ich sowas?

Bevor ich später im Jahr den Tannheimer Radmarathon bestreiten sollte, fuhr ich zunächst am vergangenen Wochenende, dem 24. Mail 2025 den ersten DesignOn Allgäuer Radmarathon 2025. Dieser fand zum ersten Mal statt und startete in Isny im Allgäu.

Für mich nicht nur ne Art Vorbereitung für kommende Events, sondern auch ein Test. Schaff ich sowas überhaupt? Wie Läuft sowas ab? Die Anmeldung zum Tannheimer war fast zeitgleich mit diesem hier. Wie bei jedem Radmarathon gab es auch hier verschiedene Runden. Neben der Königsetappe mit über 200KM gab es eine Mitteldistanz für jene ich mit entschied. Die Sogenannte Sport Haschko 120km Runde. 120KM sind auch nicht gerade wenig. Mein erster Radwettkampf, Halbradmarathon oder was auch immer war gebucht. Gehen wir rein!

Mit den Cyclocross früh raus

Da Isny im Allgäu in Schlagdistanz ist, konnte ich bequem von zu Hause aus anreisen. Start war um 7 Uhr bzw. 7:30 Uhr und somit konnte ich gemütlich um 5:30 Uhr von zu Hause aus starten. Am Abend zuvor hatte ich soweit alles schon vorbereitet. Extra noch ne Satteltasche gekauft gehabt, da – ja man glaubt es kaum – sonst meine 100 oder 200KM Touren immer mit Rucksack davor fuhr.

Für mein Cyclocross und mich sollte es in dieser Kombination im Übrigen „die letzte große Fahrt“ werden. Klar, ich werde schon noch Touren damit fahren, aber da der Kauf meines Canyon Rennrads zu diesem Zeitpunkt schon getätigt war und ich nur noch auf die Lieferung wartete, wird es sich fortan wohl nur noch auf Frühjahr/Herbst beschränken. Da zu dieser Jahreszeit bekanntlich die Tage kurz sind, werden es kaum noch 200KM Touren damit werden.

Ebenfalls am Abend davor nahm ich noch Online am Briefing teil. Bequem per LiveStream auf Youtube. Fand ich klasse, dass man nicht unbedingt vor Ort sein musste!

Die zweite Geige auf bekannten Pfaden

Da Hoochi nahe Isny wohnte und wir nun auch schon ein paar Jährchen gemeinsam auf dem Buckel haben, kenne ich die Gegend bis rüber nach Sonthofen ziemlich gut. Als ich mir im Vorfeld also die Strecke der Mitteldistanz ansah, gab es kaum einen unbekannten Meter. Das war im Vorfeld Fluch und Segen zugleich, da ich dadurch natürlich auch wusste was auf mich erwartet. Natürlich bin ich jetzt am Alpsee noch nicht den Radweg gefahren bisher, aber alles drumherum war mir bestens bekannt.

Am Start/Ziel angekommen holten ich mir meine Startnummer. Alles war top organisiert und völlig problemlos. Auch mein „Goodiebag“ konnte ich vor Ort lassen. Nachdem mein Rad mit der Startnummer versehen war, hieß es zunächst noch abwarten.

Erst gab es nämlich – unter großem Tohuwabohu, Pauken und Trompeten und den mittlerweile üblichen Rauchfakeln – den Start der Marathonteilnehmer. Das haben Sie sich natürlich auch verdient, die hatten ja noch das ein oder andere Brett zu bohren.

Bissl neidisch blickt man schon drein

Für diejenigen war die Fahrt raus aus Isny im Übrigen auch von der Polizei begleitet. Wir – die Mittel- und Kurzdistanzen – waren dann wieder in den normalen Straßenverkehr integriert. Ist okay, aber dadurch mussten wir bereits 200M nach dem Start an der roten Ampel warten. War bissl ungeschickt, da man eigentlich extra in kleineren Gruppen startete und es sich an der Ampel dann doch wieder sammelte… aber nicht schlimm.

Wie man sieht, es war frisch

Kurz drauf wurde es gleich mal ernst. Man fuhr auf den Hausberg von Isny, den sogenannten Schweineburg. Dort gab es auch eine „inoffizielle Strava Bergwertung“.

Wie immer, die Ziege am flexen 😉

Von da an gings mit einer schönen Wegführung an den höchsten Punkt der Strecke zum Skilift nach Eschach bei Kempten. Das tolle dabei, man fährt durch das Kreuzthal das quasi den Westallgäuer mit dem Oberallgäuer Raum verbindet. Wobei ich mir unsicher bin, ich sag immer Kreuzthal, aber glaub man nennt es auch Eschachthal offiziell und Kreuzthal ist einfach nur das Kaff da drin.

Matthias in Front in den Anstiegen, hier im Eschachthal

Die Straße bin ich davor schon ein paar mal geradelt, da wenn wir von Hoochi aus nach Kempten zum Einkaufen sind, ich meistens mit dem Rad vorgefahren bin und mich das eben auch ab und an mal durchs Kreuz… ähm Eschachthal führte*zwinker*.

In Eschach wartete also die Erste von zwei Verpflegungsstationen auf uns. Die Nächste sollte dann erst am Alpsee kommen.

Viel los, da hier Mittel- und Marathondistanz wieder aufeinandertrafen

Nicht gesucht, aber gefunden

Auf dem Weg Isny hinten raus klebte mir irgendwann ein anderer Teilnehmer am Hinterrad. Matthias. Kommt aus der Nähe von Weingarten und ist leidenschaftlicher Rennradfahrer. Mit seinem Drahtesel hat er schon so einiges erlebt. Wir hatten so ziemlich den selben Speed und verstanden uns recht schnell. Da zu dem Zeitpunkt noch etwas über 100KM vor uns lagen, fuhren wir dann gemeinsam weiter.

Bei Anstiegen einigten wir uns darauf, dass jeder sein Tempo und somit jeder für sich fährt. Ehrlich gesagt konnte ich ihm in langen Anstiegen dann auch nach paar 100M nicht mehr wirklich folgen. Er hatte Bergauf schon nen ziemlichen Zug drauf. War aber auch vollkommen okay.

Er hingegen wartete stets am ende der Anstiege oder fuhr bewusst langsam weiter, so dass ich immer aufschließen konnte. Ich hatte deswegen schon ein schlechtes Gewissen, ihm war das aber völlig egal und er meinte auch „Ich solle mir da keine Gedanken machen“.

Das sagt sich so einfach. In 100KM hat man viel Zeit mit sich und dem Kopf und eben auch solchen Situationen *lach*

Meine Beine!

Von Eschach gings dann rüber über Akams zum Alpsee. Das Stück zog sich und vor allem waren da dann schon noch ein paar langatmige Anstiege dabei!

Hier meldeten sich auch meine Beine bzw. meine Knie. Irgendwas passte nicht. So von KM70 bis 80 hatte ich echt plötzlich Knieschmerzen. Ich versuchte das eine Bein bzw. Knie etwas zu entlasten und den Druck auf das andere Bein zu geben. Ab ca. KM80 war dann plötzlich alles wieder normal. Keine Ahnung. Zu den Knien kam aber dann auch sowas wie ne erste Erschöpfungswelle bzw. ein erstes kleines (mentales) Loch.

Vor allem von Immenstadt den Alpsee entlang bis zur Verpflegungsstation. Ich hatte gefühlt keinen Bock mehr für ein paar Kilometer. Da ich oft von Immenstadt nach Isny gefahren bin, wusste in etwa was noch kommen wird. Viele kleine giftige Anstiege und jetzt hatte ich dazu noch „Beinaua“.

Zweite und letzte Verpflegung am Alpsee

Matthias hatte aber auch schon signalisiert, dass er gerne 5 Minuten länger Pause machen würde an der Verpflegungsstation. Mir wars recht, so konnte ich meinem Knie noch etwas Pause verschaffen. Zeit hatte ich sowieso keine im Kopf. Ich wollte die Tour einfach genießen und schauen wie das alles so abläuft. Bis dato war ich – außer mit Frau und Kind – nur allein unterwegs und war noch nie mit Anderen gefahren.

Endspurt

„Auf gehts, Endspurt“ waren Matthias seine Worte. Nun, so 100% bei Ihm war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das Stück Alpsee, Stiefenhofen, Grünenbach und Maierhöfen hat es schon in sich.

Die Anstiege sind manchmal echt knackig und du hast Passagen in denen Du von der Abfahrt aus immer wieder in den nächsten Anstieg rein fährst. Es erinnert mich ein wenig wenn ich bei uns lokal „quer“ fahr. Bedeutet ich fahr nicht im Thal, sondern Quer zu den Thälern, genauer gesagt nicht von zu Hause nach Kempten beispielsweise, sondern nach Bad Wörishofen. Gut, eher jetzt was für die „Locals“ unter Euch aber ich glaube die wissen was ich meine *zwinker*.

Irgendwann hatten wir aber auch die 25 KM hinter uns gebracht und als wir Grünenbach endlich erreichten und Richtung Eistobel abbogen wusste ich, jetzt haben wir es quasi geschafft. Matthias vertraute mir mit der Aussage. Ich glaub einfach er hörte meine Erleichterung in der Stimme wohl einfach an. Große Anstiege kommen dann nämlich nicht mehr. Interessant war noch der letzte steile Anstieg bei Gestratz. Dort hingen echt einige Teilnehmer die ziemlich platt wirkten. Allgemein konnten wir von KM 110 weg noch viele andere Teilnehmer ein- und überholen.

Wir sind die letzten 200/300 Meter dann auf Straßen gefahren, welche wir am Morgen bereits befuhren. Kurze Zeit darauf passierten wir das Ortschild „Isny“ und bogen auf die Zielgerade ein.

Ich wollte Matthias hier zuerst durchs Ziel fahren lassen und sagte er solle zufahren, aber er sagte „Nein, wir sind jetzt über 100KM gemeinsam gefahren, wir beenden es schon auch gemeinsam“. Gesagt getan. Bitte sehr!

Schlechte B-Note, da ich normalerweise nicht freihändig fahren kann und wenn mich dann noch einer Hält ich noch unsicherer fahr *lach* Alles egal. Ich war brutal erleichtert und glücklich es geschafft zu haben. Nach 120KM und ca. 1.800 Höhenmeter war es dann also vollbracht. Der erste „kleine“ Radmarathon meines Lebens ist erfolgreich abgehakt.

Finisher! Wenn auch nur der „Kleine“ aber mein erster Radmarathon

Fazit

Es war nicht nur für mich der erste Radmarathon, sondern auch für die Veranstalter in Isny. Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch 2026 dieser wieder stattfinden wird. Grundsätzlich hätte ich nichts dagegen dann die Marathondistanz anzugehen *zwinker*

Auch ein zusätzliches Lob an die Veranstalter. Das Event war aus meiner Sicht nicht nur super organisiert, sondern auch die Streckenführung war sehr gut und durchdacht gewählt! Man war nie auf vielbefahrenen Straßen unterwegs und in Hauptadern – die sich nicht vermeiden ließen – gab es immer einen Radweg den man auch problemlos befahren konnte.

Das Highlight waren auch viele schöne Aussichten auf der Strecke. Egal ob durch Thäler, auf Anhöhen mit den Alpen im Hintergrund oder entlang des Alpsees. Trotz des nicht immer sonnigen Wetters war es wirklich traumhaft!

Vielen dank auch an Matthias das Du mein erstes Event – unverhofft – begleitet und bereichert, mich auch gepushed hast und wir ne gute Zeit zusammen hatten.

Cheers, ich musste dann erst mal meine Ressourcen auftanken *lach*

dasFLOSEN Verfasst von:

Meine Name ist Florian. Sternzeit -338000.22768670303. Der Nerd der "Familie Schickischmi". Beruflich bin ich technikbegeisterter Papiervernichter. Privat natürlich ebenso der Tekkie im Familienuniversum, der aber trotzdem viel Zeit Draussen und beim Knipsen verbringt. Mir kanns nicht kalt und vom Reiseziel nördlich genug sein. Würde ich wählen, würde ich lieber die schorfen Klippen vom Ende der Welt wählen, als irgendeinen Südsee-Strand. Ich nehm also lieber die -20°C als alles über 25°C

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