Allgäu Rundfahrt 2025 – Doppelt hält besser!

Wir haben’s schon schön bei uns im Allgäu. Und was kann es da Besseres geben, als auf einer einzigen Radrunde gefühlt jede Region und jede Topologie mitzunehmen. In Zahlen: knapp 200 km, 2.500 Höhenmeter und eine ordentliche Portion Spaß. So viel Spaß sogar, dass ich die Runde gleich zweimal gefahren bin. Let’s go!

Der erste offizielle Versuch

Die Allgäu-Radrunde wird jedes Jahr vom RSC Kempten organisiert und ging dieses Jahr in die 43. Runde. Start ist im Oberallgäu, genauer gesagt in Durach. Es gibt mehrere Strecken – kurz, mittel, lang, MtB, Gravel, Family – also wirklich für jeden was dabei. Details dazu findet ihr am besten direkt beim Veranstalter.

Ich habe mich natürlich für die lange Variante entschieden. Klar, bin ja auch ne Maschine *lach*

Allgäu Rundfahrt 2026 – Tour 3 • Rennrad » outdooractive.com

Vom Oberallgäu (Durach) ins Unterallgäu, weiter durchs Ostallgäu und dann zurück ins Oberallgäu. Steinigt mich, aber ich glaube, das Westallgäu bleibt außen vor. Kein Problem – wer ein württembergisches Allgäu hat, hat’s halt auch nicht verdient. *lach* Sorry, die Spitze konnte ich mir nicht verkneifen. *zwinker*

Nach dem Tannheimer Radmarathon 2025 dachte ich mir jedenfalls: „Ach komm, die Runde geht auch noch.“
Rund 80 % der Strecke kannte ich bereits aus einzelnen Ausfahrten, alles ist man schon mal irgendwie, irgendwo und irgendwann gefahren, aber eben noch nie alles am Stück. Ein Teil aus dem Unterallgäuer Bereich davon ist sogar meine (fast) tägliche Abendrunde. Also, bock war genügend da!

Die Radrunde ist kein Rennen. Gestartet wird ab 7:00 Uhr, man bekommt einen Zettel und sammelt an verschiedenen Checkpoints Stempel. Die liegen meist so um die 50 km auseinander – simple Idee, aber genau richtig.

Name falsch geschrieben… WAS IST DA LOS?!

Jeder Checkpoint ist zudem auch eine Verpflegungsstation die völlig ausreichend ist!

Die Strecke war übrigens hervorragend ausgeschildert. Großes Lob an den RSC Kempten an der Stelle und allen Helfern vor allem!

Zum Glück auch – denn ich hatte meinen Radcomputer zu Hause vergessen. *doh* Am Ladegerät. *doh*doh* Der Klassiker, wenn man am Vortag nichts herrichtet.

Bei Regen fuhr ich zu Hause pünktlich los um direkt „mit der ersten Welle“ zu starten. Fertig machen. Startnummer holen. Alles entspannt, so früh sind nicht ganz so viele da.

Ich war pünktlich um 7:00 Uhr am Start und bin allein losgefahren. Wie eigentlich immer, weil ich fast immer allein fahre. Ich stinke halt. *lach*

Nein, Spaß – es wollte einfach niemand mit und ich hab kein Problem damit, stundenlang solo zu rollen.

Das Wetter war… nennen wir es durchwachsen.

Die Tage davor waren allgemein sehr regenreich, aber die ersten Kilometer liefen gut. Den kompletten Abschnitt durchs Unterallgäu bin ich mit einem anderen Teilnehmer gefahren, den ich etwa 10 km nach dem Start aufgegabelt hatte. Irgendwann nach Wilofs ist dieser aber dann weitergezogen. Glaub ich war ihm zu langsam, am Ende fährt eh jeder für sich.

Nach ca. 80 km fing es dann an zu regnen. Kein Problem – ich war vorbereitet. Neo-Überzieher, Regenjacke, weiter geht’s. Und irgendwie war’s sogar geil. Das Wasser lief oben rein und unten genauso wieder raus. Bei etwa km 100 ließ der Regen langsam nach – perfekt, denn ab Oy warteten die letzten 50 anspruchsvollen Kilometer.

Es war nicht nur nass, sondern es fehlt hier noch was *lach*

Bei km 120 ging’s bergab, der letzte Checkpoint vor dem Ziel schon im Blick. Noch einmal Vorräte auffüllen, knapp 5 Stunden im Sattel, irgendwas zwischen 20 und 30 km/h auf dem Tacho.

puff
pfffffffffffffffffff

Platten. Fuck.

Ich konnte noch rechtzeitig anhalten – kein Sturz. Egal, ich hatte alles dabei! Rad umgedreht, Reifen runter, Ersatzschlauch rein. Währenddessen hielten mehrere Teilnehmer an und fragten, ob alles passt. „Alles gut, nur kurz Schlauch wechseln„. Und auch hier: extrem cool – wirklich jeder hat angehalten. Keinem war’s egal.

Dann die CO₂-Kartusche ans Ventil…

knack

Ventil abgerissen.

„Wollt ihr mich hier jetzt komplett verarschen?!“

Kein zweiter Schlauch. Keine zweite Kartusche. Game Over.

Also zu Hause angerufen, der Kleine wurde gerade ins Bett gebracht. Mittagsschlaf. „Keine Angst, nichts passiert. Kannst Paul aber gleich wieder wecken. Ich komm nicht mehr weiter“ Allgemeine Begeisterung. Gut. Es ist sonst nichts passiert. Irgendwo im Nirgendwo konnte man mich somit einsammeln. War ja alles in „Reichweite„.

Hoochi brachte mich zurück nach Durach. Mein „Goody“ hab ich vom Veranstalter trotzdem bekommen – bis auf zwei Checkpoints (1,5KM vor dem vorletzten Checkpoint) waren alle anderen gestempelt, und es hatte sich auch schon rumgesprochen, dass ich einen Schaden hatte. Am Rad. *zwinker*

Nochmal! Nochmal!

Nun ja. Ich hasse es zu verlieren und mein Ehrgeiz ist einfach zu groß. Knapp einen Monat später, Urlaub – ich greif das Ding nochmal an!

Da die Runde durch meine Hausstrecke führt, konnte ich direkt von zu Hause aus starten.

Dieses Mal mit Radcomputer *yeah*

Etwa 10 km, bis ich wieder auf der Originalroute war. Und damit hieß es:

Die gleiche Runde nochmal?
Die gleiche Runde nochmal!

Ich stieg nahe des ersten Checkpoints in Ollarzried ins Geschehen ein und folgte der Strecke. Dieses Mal aber bei besten Wetter! Keine Wolke am Himmel. Noch die angenehmen Morgentemperaturen im Fahrtwind. Es war angerichtet!

Von dort ging’s übers Hochplateau der beiden Günztäler, ins östliche Günztal und weiter Richtung Ostallgäu. Im Gepäck natürlich genügend Proviant, den Verpflegungsstationen sollte es ja dieses Mal nicht geben.

Anspruchsvolles Profil

Im Allgäu sind wir Anstiege gewohnt. Klein und giftig, lang und konstant – alles dabei. Fernab der großen Alpenpässe lassen sich hier ordentlich Höhenmeter schrubben. Ein Grund, warum ich den „Günztäler Wadenrodeo“ ins Leben gerufen hab. *lach* Aber das ist eine andere Geschichte.

Bei der Allgäuer Radrunde gilt jedenfalls: Es gibt nur wenige Abschnitte, in denen man nicht auf den nächsten Anstieg zurollt.

Bis etwa km 115 geht es gefühlt immer bergauf, bevor eine längere Abfahrt folgt – und danach darf man wieder treten. Der Endspurt sollte mir später noch ordentlich zu schaffen machen.

Grundsätzlich ist es aber eine echte Genusstour.

Ja, fordernd. Nein, keine Kaffeefahrt. Aber perfekt gelegt und landschaftlich richtig stark.

Achso… Kaffeefahrt… Verpflegungsstation… Naja, man darf auch manchmal innehalten und genießen *zwinker*

Wo genau das war weiß ich nicht mehr. Aber es war ne echt coole Einkehrmöglichkeit zwischen Unterthingau und Bad Hindelang. Irgendwo dazwischen. Schaut auf meine Stravastrecke, da müsste ja irgendwann mal ne längere Mittagspause stehen.

What a View

Und genau diese Aussicht sorgt immer wieder dafür, dass man kurz anhält. Klar, viele ballern einfach durch, ist auch okay – ich halt nicht. Auch bei der „Erstfahrt“ hatte ich hier und da mal kurz das Gas rausgenommen um zu Schauen. Muss sein.

Als ich dann wieder an der Stelle vorbeikam, an der ich meinen Platten hatte, dachte ich mir nur:

„Nicht heute, Freundchen. Heute wird hier nicht gestorben!“

Ich ließ den Schwenker zum damaligen vorletzten Checkpoint in Oy aus – ein paar Meter extra, keine Verpflegung mehr, also macht es keinen Sinn – und ging direkt in den letzten Abschnitt Richtung Wächter des Allgäus. Es wurden nochmal ein paar Höhenmeter drauf gepackt. Die Aussicht entlohnte jedoch!

Nochmal richtig schöne Ausblicke, dann zurück Richtung Start/Ziel. Über Rettenberg quasi zurück zum damaligen „Start/Ziel“ nach Durach. Sah dieses mal halt nur nicht nach „Allgäuer Radrunde“ aus, sondern nach Autohaus. Kein Goodybag, keine rote Bratwurst. Nur Blech. *lach*

Langsam reichts…

Gedanklich war ich jetzt im Modus:

„Okay, die Strecke kennst du ja.“

Aber sie zog sich. Die Hitze, die Kilometer. die Höhenmeter, fettgefressen vom Italienurlaub ne Woche davor *lach* – ich war irgendwie leer. In den Beinen knapp 145 km. Ging eigentlich, da hatte ich schon andere Touren abgerissen. Im Kopf rechnete ich mir schön, dass es ja „nur noch 30 km“ seien. Tja. Denkfehler. *egal*

Ich hatte meinen Startpunkt vergessen und war tatsächlich noch weit vom Ende entfernt. Bedeutet: nochmal gute 50–60 km. Flaschen mittlerweile leer. Und vor mir ein Anstieg, den ich normalerweise liebe – normalerweise. Hopferbach hoch nach Eschers. An dem Tag? Zu dem Zeitpunkt? Fuck you! Klar, ich hätte auch einfach quasi geradeaus nach Hause fahren können, aber ich wollte diese Runde zu Ende bringen.

Und meine Güte, so steil war der noch nie gewesen! Trotzdem, irgendwann war ich oben. Eselhof Allinger in Eschers. Ich halte da normalerweise nie an, außer wir fahren mit unserem Kleinen mal bewusst dort hin. Es ist nämlich echt auch ein guter Ausflugspunkt mit Kinder, welchen ich sehr empfehlen kann. So umfahre ich meistens mit dem Rad den Eselhof, gerade an Sonntagen. Dieses Mal nicht.

Das Waschbecken in der Hütte mein bester Freund – dicht gefolgt vom Eisautomaten. *lach* Da wusste ich: Jetzt hast du’s. Kein echter Anstieg mehr. Nur noch Standardprogramm. Noch 5 km Originalroute, danach die Kür nach Hause. Hausrunde.

Nach 192 km, 2.500 hm und knapp 8 Stunden war dann Schluss. Zu Hause. Allgäuer Radrunde: abgehakt.

Fazit

Was soll ich sagen? Warm war’s. Anstregend war’s. Geil war’s. Ich kann jedem nur empfehlen, die Runde mal offiziell mitzufahren. Top ausgeschildert, ausreichend Verpflegung an den Checkpoints und größtenteils abseits stark befahrener Straßen – oder mit vernünftigem Radweg. Ich werde sie auf jeden Fall nochmal offiziell fahren. Den Haken will ich auch dort noch setzen. Gefahren bin ich sie ja nun schon. *yeah*

Ich bin raus! ‍♂️

dasFLOSEN Verfasst von:

Meine Name ist Florian. Sternzeit -338000.22768670303. Der Nerd der "Familie Schickischmi". Beruflich bin ich technikbegeisterter Papiervernichter. Privat natürlich ebenso der Tekkie im Familienuniversum, der aber trotzdem viel Zeit Draussen und beim Knipsen verbringt. Mir kanns nicht kalt und vom Reiseziel nördlich genug sein. Würde ich wählen, würde ich lieber die schorfen Klippen vom Ende der Welt wählen, als irgendeinen Südsee-Strand. Ich nehm also lieber die -20°C als alles über 25°C

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