Jetzt sitz ich hier und schreib meinen zweiten Beitrag über einen Triathlon an dem ich teilgenommen hab. Wer hätte das gedacht? Nach meiner ersten Teilnahme am 33. Unterallgäuer Triathlon 2024 ging es für mich am vergangenen Wochenende – am 28. Juni 2025 – in die nächste Runde! Leider in etwas veränderter Form. Unser ehemaliges „Feuerschalenteam“ wurde Krankheits- und Anmeldebedingt etwas ausgedünnt. Aus Vier wurden Zwei. Form ist aber auch ein gutes Stichwort. Die letztjährig großspurig angekündigte Evolution hatte nämlich tatsächlich stattgefunden. Wie? Nun… Kraulkurs? Check. Kraulen im See? Doppel-Check. Rennrad statt Crosser? Check! Läufe auf unter 25 Minuten auf 5 KM? Check. Was kann also schon schiefgehen? Nun… so einiges, aber gehen wir rein. Unterallgäuer Triathlon. 34. Ausgabe. 2025.
Schwimmen (wurde nicht ganz aufgezeichnet):
Radfahren:
Laufen:
Die Crew vereint und doch getrennt
Dieses Jahr war die Crew leider nicht ganz komplett. Von ursprünglich vier Mann blieben am Ende nur noch Zwei über. Das Anmeldefenster war leider zu kurz bzw. die Startplätze für den Einen zu schnell vergriffen (böse Zungen behaupten bis Heute, dass seine Klickgeschwindigkeit einfach zu unangepasst war *lach*), der Andere fiel krankheitsbedingt aus.


Der Ablauf blieb jedoch gleich. Treffen bei mir. Auch die „Ausfälle“ kamen, da sie entweder uns anfeuerten oder eben als Drohnenpiloten abseits alles gaben. Kaffee. Nervosität. Alles wie gehabt.

Von zu Hause aus ging’s wieder zeitig nach Ottobeuren zum Treffpunkt der Teilnehmer. Kurze Zeit darauf starteten wir geschlossen in Richtung Startbereich am See in Attenhausen. Gemeinsam losrollen hat einfach was muss ich sagen.

Der „Haufen“ war in diesem Jahr aber schon deutlich angewachsen.
Unterwegs wartete bereits unser leicht angeschlagener Kollege – bewaffnet mit Drohne statt Startnummer. Wenn er schon nicht mitmachen konnte, dann bot er wenigstens Luftunterstützung. Und ja, die Aufnahmen sind ziemlich stark geworden. Ein Reel mit ein paar Szenen findet ihr weiter unten oder im offiziellen Album. Teamgeist geht auch in 4K *zwinker*.

Am Startbereich angekommen: Déjà-vu. Trubel. Gewusel. Nervosität in der Luft. Ich schon gefühlt ein alter Hase *Ironie off*, trotzdem war ich dieses Mal relaxed. Zu relaxed… das sollte mir noch später zum Verhängnis werden. Was hast ich bei mir zum letzten Jahr geändert?
- Rennrad statt Crosser
- Neuer Tri-Suite
- Neue Radschuhe
- Neue Laufschuhe
- 1 Jahr Schwimmkurs (u.a. Kraulen) + Training im See
- Deutlich fokussiertere Vorbereitung auf den Triathlon



Aber weiter gehts, Rad-Check absolvieren. Wechselplatz einrichten. Klamotten sortieren – alles wieder nach exakt einstudierter Reihenfolge. Man lernt ja aus dem Vorjahr. Helm, Brille, Schuhe. Alles hat seinen Platz und seine Richtigkeit. Zudem… Startnummer Wasserfest auf meinen Arm geschrieben… aus Fehlern lernt man.

Das Wetter? Wieder Bilderbuch. Blauer Himmel, perfekte Bedingungen. Kein Hochwasser-Drama wie im Vorjahr. Es war perfekt angerichtet. Raus aus der Komfortzone. Ab an den See. Schwimmstart.

Schwimmen – WAS IST HIER LOS?
Vom Briefing blieb mir vor allem ein Satz im Kopf: „Unterschätzt Euch bitte nicht.“
Spoiler: Ich hab mich unterschätzt. Am Start, konservativ und ohne Selbstbewusstsein wie ich bin, hab ich mich wieder eher vorsichtshalber komplett hinten einsortiert. Exakt so wie im Vorjahr eben auch. Start somit ganz am Ende des Feldes. Um mich herum fast nur Brustschwimmer. Klingt harmlos? War es nicht ganz. Es war eher wie Waschgang mit 1400 Umdrehungen. Arme an meinem Körper, Beine am Kopf, Gischt, Orientierung null. Hochseewellengang im Baggersee.
Ich hab direkt nach dem Wasserstart (den ich im übrigen super finde) angefangen den halben See zu inhalieren. Folge: Ich bin Brust geschwommen. Das hatte ich mir anders vorgestellt… Wir haben intensiv im Freundeskreis das Schwimmen und Kraulen im See geübt. Der jetzige Drohnenbruchpilot, sein Bruder und ich. Wir waren die Wochen davor mehrmals am See am trainieren und fühlten uns echt gut vorbereitet. Wie ich genau diese Situation aber trainieren soll? Keine Ahnung!
Was ist hier den los?
Waren meine Gedanken. Ich war schon im Wasser enttäuscht. Aber half ja jetzt nichts. 10/20/50/100 am Ende über 200 Meter bin ich Brust geschwommen. Erst dann bin ich tatsächlich mal ins Kraulen gekommen, aber das war natürlich viel zu spät. Viel zu defensiv.

Anekdote noch: Kurz nach dem Start… mich hat’s fast „verissen“… Man konnte in Ufernähe beim Wasserstart stehen. Ich bin schon geschwommen als 2 Teilnehmer rechts von mir miteinander geredet hatten.„Schwimmst Du?“ „Nö, ich laufe noch“ „Ja man, ich auch!“ xD Ich musste selbst lachen und hab dann auch direkt den ersten Schwall in den Mund bekommen.
Als 121. von 212 kam ich aus dem Wasser.

Besser als im Vorjahr, aber immer noch genügend Luft nach oben. Dann gings in die Wechselzone. Ich weiß nicht zu 100% wie die Zeit genommen wird, ob die Wechselzeit zum Schwimmen oder zum Radfahren zählt, aber ich hab verdammt viel Zeit liegen lassen.


Ganz ruhig kam ich nämlich zum Rad. Dieses Mal nicht vorbei gelaufen, hatte meine Nummer ja am Arm. In Seelenruhe zog ich mich um. Half sogar anderen Teilnehmern ihr Trikot anzuziehen oder gar deren Schimmklamotten vom Körper zu bekommen. Ich hab ewig in der Wechselzone dadurch verbraten. Ich war bei Weitem nicht mehr so fokussiert wie im Vorjahr. Leider. Das muss wieder besser werden! Irgendwann hatte auch ich jedoch den Sattel „unterm Arsch“ und es ging raus auf die Radstrecke. 20KM Powern!
Radfahren – Der Kannibale schlägt wieder zu
Kurzfassung? Ich hab geliefert und das brutal! Vom Aufstieg bis zur Flachpassage lief das einfach echt rund. Druck aufm Pedal, sauberer Tritt, Fokus. Verpflegung und Gels? Perfekt getimed dieses Mal. Der erste Anstieg von Westerheim nach Stephansried hoch? Ich hab die Radfahrer vor mir angeschrien weil die zu Dritt nebeneinander fuhren und ich mit so einem Überschuss von hinten ankam und nicht abbremsen wollte. Bergauf versteht sich. Für Kenner: Es war auf Höhe des Maibaums. Lt. meines Garmin Edge war es sogar neue PB und ich war nicht mal Platt oben.
Dann das Flachstück von Attenhausen bis Dennenberg. Ich war ziemlich allein. Kurz vor dem Anstieg fuhr ich auf einige Teilnehmer auf, hinter mir hab ich nichts wahrgenommen, aber es überholte mich auch keiner.
Dann gings rein in den Anstieg nach Dennenberg. Bergwertung.

Im Training die Tage davor war ich den Anstieg mit 1:27 Min. hochgeklettert. PB. Im Wettkampf konnte ich das leider nicht erreichen. Es war der einzige Moment, der mich minimal geärgert hat. Ich musste aus dem Sattel – was ich eigentlich vermeiden wollte – und das hat spürbar Körner und Zeit gekostet. War kein Drama, aber eben auch nicht „perfekt durchgezogen“.

Hintergrund: Meine Bestzeiten da hoch hatte ich immer IM Sattel. Ich verlier prinzipiell momentan immer Zeit und Speed wenn ich aus dem Sattel gehe.
Hoch zur Bergwertung konnte ich einige einkassieren. Ein Teilnehmer – den ich vom Schützenverein kenne – hat sich neben mich platziert und ist die letzten Meter gemeinsam mit mir hochgefahren. Wir haben uns dann gegenseitig quasi über die Kuppe gepushed.
Trotzdem: Starke Zeit. Starke Verbesserung. Kontrolle über Pace und Kräfte das ganze Radfahren hinweg. Rad bleibt einfach mein Safespot. Da beiße ich und vor allem da kann ich beißen!
Am Stadion angekommen hatte ich dann von 212 den 85. Platz beim Radfahren. Das kann ich auch mal für mich als „gut“ befinden *zwinker*

Die Bergwertung absolvierte ich zwar nicht in PB aber trotzdem als 27.

Als Vergleich, der Gewinner ist den Berg in einer Minute gefahren. Das ist natürlich ein völlig anderes Universum und verdient allen Respekt. Wie auch immer man sowas schafft, aber fuckin 27! *bäm*
In Ottobeuren angekommen ging’s ans Laufen. Ich hab dieses Mal zwei Dinge geändert:
- Kompressionsstrümpfe
- Ein wenig Koppeltraining die Wochen davor, wenn auch nicht viel
In der Wechselzone lief es wieder wie beim Wechsel davor. Zu gechilled, zu viel Zeit. Dann hatte ich – schlau wie ich bin – Salzbonbons in meinen Laufschuhen zuvor platziert. Die Dinger waren in Japan bei über35°C perfekt. Die Idee war auch nicht schlecht, aber ich hab sie so beschissen reingesteckt, dass ich diese erst umständlich rausfummeln musste. Wie Dumm kann man sein? Ja! Irgendwann ging es dann aber doch raus auf die Strecke.
Laufen – Ich raff’s nicht
Puste? Da. Kreislauf? Stabil. Plan? 25/26 Minuten. Realität? 29:21. 166. von 212. Ernüchternd.

Die ersten 2,5 km war ich genau im Plan. Tempo hat gepasst. Pace war auf 25/26 Minuten. Ich dachte wirklich: „Heute knall ich einen raus“. Und dann kamen die Beine.
Nicht langsam müde.
Nicht bisschen schwer.
Sondern: „Nö.“
GameOver und es lag nicht an der Puste. Die war da.

Ich hab versucht noch Druck zu machen, aber da war einfach kein Output mehr. Als hätte jemand den Strom abgedreht. Kein Krampf dieses Jahr – immerhin Fortschritt – aber eben auch kein Zugriff mehr auf die Power.
Die Brille die ich trage ist im Übrigen ne Überziehbrille. Da ich ne recht hohe Stärke bei den Gläsern bzw. ne recht geringe Sehstärke ohne Brille habe, kann ich ohne Brille quasi nicht fahren/radeln. Ne Sonnenbrille mit Stärke bringt mir somit im Sport nichts, gerade bei längeren Radtouren. Was soll ich da machen? Ständig die Brillen tauschen? Es gibt gefühlt nur zwei wirkliche Überziehbrillen, dass ist die Billigvariante und ich bin echt zufireden damit. Sie ist mein stetiger Begleiter, vor allem auf Radtouren. Sitzt perfekt und obwohl sie „bollig“ aussieht, spürt man sie quasi so gut wie nicht beim tragen.
Mental war ich da. Körperlich nicht. Muskelermüdung nach dem Radfahren ist noch mein Baustellenbereich. Da liegt der nächste Entwicklungsschritt.

Ich musste also meine Pace stark reduzieren und verlor enorm viel auf den letzten 2 KM. Irgendwann war es aber dann soweit und es ging ins Stadion. Endspurt war angesagt. Ich setzte zum finalen Sprint an, wurde noch einkassiert von einem anderen Sprinter und war schließlich im Ziel.
1:22.07

Ergebnis(vergleich) & Fazit
Die Zeit stand. Ich war vor Ort noch bisschen enttäuscht, weil echt nicht alles so verlief wie gewollt. Es legte sich aber recht schnell, als ich die Ergebnisse vernahm. Das Training hat sich mehr als ausgezahlt. Im Schwimmen bleibt noch das meiste Potential für mich zu holen. Ebenso ist beim Laufen noch deutlich mehr drin. Im Training lauf ich ja auch mal Sub25 auf 5K. Da geht also noch was beim nächsten Mal.
Hier der Vergleich zum Vorjahr.
| Disziplin | 2024 | 2025 | Delta |
|---|---|---|---|
| Triathlon gesamt | 01:33:32 | 01:22:07 | -11:25 |
| Schwimmen | 00:13:42 | 00:12:59 | -00:43 |
| Radfahren | 00:46:18 | 00:39:46 | -06:32 |
| Laufen | 00:33:31 | 00:29:21 | -04:10 |
Wie Ihr seht, alles in allem über 10 Minuten schneller! Mit der Zeit wäre ich im Vorjahr knapp an den Top 100 gewesen. Somit bin ich vom „letzten Drittel“ in das Mittelfeld gerückt. Im kommenden Jahr also erstes Drittel? *lach*
Hier geht’s zur offiziellen Ergebnisliste
Die ominöse Feuerschale
Nach der Siegerehrung ging’s wieder zurück zu mir in meinen Garten. Wieder Feuerschale und wieder Versprechungen. Prio ist weiterhin das Schwimmen. Trotz Training, trotzdem das wir zuvor viel im See trainiert haben war es quasi nicht wie gewünscht. Da muss angesetzt werden. Und 2026? Volks? Nein! Wir zünden den „gelben Superzündi“ und werden den Olympischen angehen.

Sind wir bereit dafür? Nein, aber wann ist man schon für etwas bereit… Wir sehen uns 2026!

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